Die Wurzeln des späteren DJK Tura 05/07 reichen bis in das Jahr 1905 zurück. Nach der überlieferten Vereinsgeschichte wurde damals von der St.-Gereons-Gemeinde eine Turngruppe gegründet. Bereits 1907 wurde das sportliche Angebot um den Fußball erweitert. Gespielt wurde zunächst auf einem Gelände gegenüber der damaligen Westschule. Die Turnabteilung entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem wichtigen Bestandteil des Giesenkirchener Sports und genoss auch über den Ort hinaus einen guten Ruf. Im Jahr 1920 schloss sich der Tura 05/07 dem Reichsverband der Deutschen Jugendkraft (DJK) an. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde die Deutsche Jugendkraft Mitte der 1930er-Jahre verboten, wodurch auch für zahlreiche DJK-Vereine der organisierte Sportbetrieb in seiner bisherigen Form endete.
Parallel dazu entwickelte sich mit Schwarz-Weiß 09 ein zweiter bedeutender Giesenkirchener Fußballverein. Seine Geschichte begann 1909 mit dem Zusammenschluss des TC Pfeil 09 und der Sportfreunde Sturm. 1914 wurde der Verein in den Westdeutschen Fußballverband aufgenommen. In den Anfangsjahren wechselte er mehrfach seine Spielstätte, bevor später auch für Schwarz-Weiß die Sportanlage Puffkohlen zur sportlichen Heimat wurde. Der Erste Weltkrieg brachte den Spielbetrieb weitgehend zum Erliegen. 1920 wurde der Verein wiederbelebt und trat zunächst erneut unter seinem früheren Namen Pfeil 09 an.
In den folgenden Jahren entwickelte sich Schwarz-Weiß auch sportlich weiter. 1931 gelang der Aufstieg in die damals zweitklassige 1. Bezirksklasse Rhein. Zwei Jahre später wurde die Mannschaft dort Vizemeister hinter Eintracht München-Gladbach. Die Zeit des Zweiten Weltkriegs führte erneut zu erheblichen Einschränkungen des Vereins- und Spielbetriebs. Nach Kriegsende begann schließlich auch in Giesenkirchen der sportliche Wiederaufbau.
Einen bedeutenden Erfolg erreichte Schwarz-Weiß bereits in der Saison 1947/48, als der Verein zu den Gründungsmitgliedern der neu geschaffenen Landesliga Niederrhein gehörte. Diese stellte damals die höchste Amateurspielklasse am Niederrhein dar. Nach dem Abstieg aus der Landesliga folgten wechselhafte Jahre. 1952 gelang der Aufstieg in die Bezirksklasse, 1956 die erneute Rückkehr in diese Spielklasse und 1962 schließlich wieder der Aufstieg in die Landesliga Niederrhein, in der Schwarz-Weiß bis 1964 spielte.
Auch der DJK Tura fand nach dem Zweiten Weltkrieg zurück in das Giesenkirchener Vereinsleben. 1949 ließ Willy Meisen den Sportclub wieder aufleben. Mit der Sportanlage Puffkohlen erhielt der Verein eine neue sportliche Heimat. In den folgenden Jahren entwickelte sich der Tura zunehmend zu einem Mehrspartenverein. Neben Fußball und Turnen kamen weitere Sportangebote hinzu. Dazu gehörten unter anderem eine Tischtennisabteilung, die Turnergruppe „Mutter und Kind“, Sportangebote für Kinder mit Behinderung, eine Volleyball-Hobbymannschaft sowie eine Koronarsportgruppe unter Leitung eines speziell ausgebildeten Übungsleiters. Gleichzeitig gewann insbesondere die Kinder- und Jugendarbeit immer größere Bedeutung.
Nach Jahrzehnten, in denen beide Vereine ihre jeweils eigene Geschichte geschrieben hatten, kam es schließlich 1981 zur Fusion von DJK Tura 05/07 und Schwarz-Weiß 09 Giesenkirchen. Damit war der heutige DJK/VfL Giesenkirchen 05/09 e.V. geboren. Zu den maßgeblichen Initiatoren der Vereinigung gehörten die damaligen Vorsitzenden Walter Königsmark und Hans Kitz. Ziel des Zusammenschlusses war es, die sportlichen Kräfte in Giesenkirchen zu bündeln, die vorhandene Infrastruktur gemeinsam zu nutzen und insbesondere die Nachwuchsarbeit langfristig zu stärken.
Das letzte Tor für Schwarz-Weiß vor der Fusion erzielte nach der vereinsinternen Überlieferung Ralf Nolden beim 6:0 im Pokalspiel gegen Rot-Weiß Hockstein. Joseph Schwarzer, der die Vereinigung selbst miterlebte, erinnerte sich später an die Fusion mit den Worten: „Ich fand es gut, dass sich unsere Vereine zusammengetan haben. So haben alle mehr von der Sportanlage Puffkohlen.“ Zwei Jahre nach der Fusion entstand 1983 mit dem SV Schelsen ein weiterer Sportverein im unmittelbaren Umfeld.
Nach dem Zusammenschluss wurde die Nachwuchsarbeit zu einem wichtigen Schwerpunkt des neuen Vereins. In den folgenden Jahren gelang es, Mannschaften von den Bambinis bis zu den A-Junioren zu stellen. Diese kontinuierliche Jugendarbeit bildete eine wesentliche Grundlage für die sportlichen Erfolge, die Ende der 1980er-Jahre folgen sollten.
Eine der erfolgreichsten Phasen der Vereinsgeschichte begann in der Saison 1987/88. Der 1. Mannschaft gelang der Aufstieg aus der Kreisliga A in die Bezirksliga. Gleichzeitig sorgte die Mannschaft 1988 für einen der größten Erfolge der Vereinsgeschichte: Der DJK/VfL Giesenkirchen wurde Mönchengladbacher Hallenstadtmeister. Im Finale besiegte der damalige Kreisligist den Landesligisten 1. FC Mönchengladbach mit 3:1. Zahlreiche Giesenkirchener begleiteten ihre Mannschaft zur Endrunde in die Jahnhalle und feierten anschließend gemeinsam den Titel.
Doch damit war der sportliche Höhenflug noch nicht beendet. Nach dem Aufstieg in die Bezirksliga gelang unmittelbar der nächste Schritt, und 1989 stieg der DJK/VfL Giesenkirchen in die Landesliga auf. Innerhalb kurzer Zeit hatte die Mannschaft damit den Durchmarsch von der Kreisliga A über die Bezirksliga bis in die Landesliga geschafft. Der erfolgreiche Kader bestand zu einem sehr großen Teil aus Giesenkirchener Spielern. Zu ihm gehörten Udo Breuer, Manu Da Cunha, Stephan Hoppen, Wolfgang Hoyer, Bernd Kämmerling, Uwe Kurrich, Claudio Lucht, Günter Moll, Wolfgang Moll, Ralf Nolden, Harald Pomp, Udo Reschke, Ulrich Steuber, Martin Tillmann, Wilfried Vallentin und Michael Wilms. Trainer der Mannschaft war Hans-Willi Bisges.
Von 1989 bis 1992 spielte der DJK/VfL in der Landesliga. Zum Abschluss dieser erfolgreichen Phase gelang 1992 ein weiterer großer Triumph: Zum zweiten Mal wurde Giesenkirchen Mönchengladbacher Hallenstadtmeister. Im Finale setzte sich der damalige Landesligist mit 3:0 gegen Rot-Weiß Venn durch. Damit stehen die Hallenstadtmeisterschaften von 1988 und 1992 bis heute als besondere Erfolge in der Vereinsgeschichte.
Die folgenden Jahrzehnte waren sportlich von zahlreichen Höhen und Tiefen geprägt. Nach mehreren Jahren in der Bezirksliga musste die 1. Mannschaft 2001 den Weg zurück in die Kreisliga A antreten. Der Verein kämpfte sich jedoch wieder nach oben. Zwischen 2004 und 2006 wurde die Mannschaft dreimal in Folge Vizemeister der Bezirksliga, ehe 2007 die Rückkehr in die Landesliga gelang. Dort spielte der DJK/VfL bis 2010. Während der Saison 2012/13 wurde die Mannschaft aus der Bezirksliga zurückgezogen und begann anschließend wieder in der Kreisliga A.
Eine besondere Geschichte innerhalb des Vereins begann bereits 2002 mit der Gründung der Allstars. Die Mannschaft setzte sich hauptsächlich aus ehemaligen Giesenkirchener Spielern zusammen und entwickelte sich schnell zu einer festen Institution im Vereinsleben. Einer ihrer ersten Fans war der damalige Platzkassierer Theo Gingter, der schon früh sagte: „Wenn diese Mannschaft auf Dauer zusammenbleibt, werden wir viel Spaß mit dieser Mannschaft haben.“ Er sollte recht behalten. 2005 feierten die Allstars ihre erste Meisterschaft. Einen außergewöhnlichen Höhepunkt erreichte die Mannschaft 2010 mit einer Saison ohne Punktverlust und einem Torverhältnis von mehr als +200 Toren. Im Laufe der Jahre folgten zahlreiche weitere Meisterschaften, wobei auf mögliche Aufstiege stets verzichtet wurde. Neben dem Fußball wurde insbesondere die Gemeinschaft zu einem Markenzeichen der Mannschaft, zu der auch die traditionelle Mannschaftstour nach Mallorca gehört.
Auch der Frauen- und Mädchenfußball entwickelte sich zu einem festen Bestandteil des DJK/VfL. Seit 2008 spielen Juniorinnen im Verein. Seit 2017 gehört auch eine Damenmannschaft fest zum Vereinsleben. Sie spielt im Kreisfußball und wird seit ihren Anfängen von Lutz Dombert trainiert.
Sportlich ging es für die 1. Mannschaft ab Mitte der 2010er-Jahre wieder aufwärts. In der Saison 2015/16 gelang die Rückkehr aus der Kreisliga A in die Bezirksliga. Nur drei Jahre später folgte der nächste große Erfolg: 2019 stieg der DJK/VfL Giesenkirchen erneut in die Landesliga auf und kehrte damit nach neun Jahren in diese Spielklasse zurück.
Nicht nur sportlich, sondern auch infrastrukturell entwickelte sich der Verein weiter. Einen wichtigen Meilenstein stellte die Modernisierung der Sportanlage Puffkohlen dar. Nach rund fünfmonatiger Bauzeit wurde am 17. November 2018 der neue Kunstrasenplatz eröffnet. Damit erhielt der Verein eine moderne und wetterunabhängig nutzbare Spielfläche. Gemeinsam mit dem Rasenplatz, dem Kunstrasen-Kleinspielfeld, der Turnhalle und weiteren Sportmöglichkeiten verfügt der DJK/VfL heute über eine umfangreiche Sportinfrastruktur. Ergänzt wird diese durch die Sportmöglichkeiten am Schulzentrum Giesenkirchen.
Nach dem Landesliga-Aufstieg 2019 folgten für die 1. Mannschaft erneut sportlich schwierige Jahre. Nach mehreren Spielzeiten musste die Mannschaft die Landesliga wieder verlassen. In der Folge führten weitere sportliche Rückschläge und ein zwischenzeitlicher Rückzug aus dem laufenden Spielbetrieb zurück in die Kreisligen. Damit durchlief der Verein innerhalb weniger Jahre erneut eine schwierige Phase – eine Herausforderung, wie sie in seiner mehr als 120-jährigen Geschichte bereits mehrfach bewältigt werden musste.
Heute blickt der DJK/VfL Giesenkirchen 05/09 e.V. auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Von den ersten Anfängen im Jahr 1905, der Entstehung von Schwarz-Weiß im Jahr 1909, den schwierigen Zeiten während der beiden Weltkriege und dem anschließenden Wiederaufbau über die Fusion von 1981 bis hin zu Meisterschaften, Aufstiegen, Hallenstadtmeisterschaften und der Modernisierung der Sportanlage Puffkohlen hat sich der Verein immer wieder verändert und weiterentwickelt.
Was über all diese Jahrzehnte geblieben ist, ist die enge Verbundenheit mit Giesenkirchen. Generationen von Spielerinnen und Spielern, Trainern, Ehrenamtlichen, Mitgliedern, Eltern, Unterstützern und Fans haben den Verein geprägt und zu dem gemacht, was er heute ist. Dabei geht es nicht allein um sportliche Erfolge. Nachwuchsarbeit, Ehrenamt, Gemeinschaft und die Möglichkeit, Menschen durch den Sport zusammenzubringen, bilden seit vielen Jahrzehnten das Fundament des Vereins.
Aus zwei traditionsreichen Vereinen wurde 1981 ein gemeinsamer Verein – und aus mehr als 120 Jahren Geschichte eine Gemeinschaft, die bis heute jeden Tag weitergeschrieben wird.



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